In Deutschland gibt es rund 30.000 Insektenarten, und ungefähr 8000 davon sind Mücken und Fliegen. Besonders beliebt ist die Drosophila Melanogaster, die Fruchtfliege. Zum Einen beliebt bei den Menschen, die vergessen haben, vor einer Reise den Mülleimer zu leeren, da sie ihnen dann bei der Rückkehr gerne myriadenfach entgegen zu taumeln pflegen, zum Anderen bei Forschern, da sie sich leicht züchten läßt und sich gern der Genforschung gute Dienste leistet. Mit einigem Geschick kann man sogar den Nobelpreis mit ihr einheimsen, wie es z.B. Frau Professor Nüsslein Volhard vom Max Planck-Institut in Tübingen vor einiger Zeit gelungen ist. 13601 Gene der Drosophila sind entschlüsselt, und 180 Millionen Basenpaare, die Grundbausteine des Erbgutes, sind sequenziert. Und wenn uns das Verhalten der Fruchtfliege im vorliegenden Werk manchmal so menschlich erscheint, liegt es vielleicht daran, dass 60 % ihrer Gene denen des Menschen entsprechen.
”Auf der Ebene einzelner Nervenzellen sind sich Insekt und Mensch erstaunlich ähnlich.”, meint der amerikanische Biologe Mel Feany.
Der amerikanische Fruchtfliegenforscher von der University of California in San Diego versteigt sich sogar zu der Behauptung: ”Im Prinzip sind wir doch nicht anderes als eine große Fliege.”
Aber was nützt es uns, so gut über das Genom dieser Tierchen Bescheid zu wissen, wenn wir keine Ahnung von ihrem sozialen Leben haben. Hier setzt nun das Werk von Helge Jäger an, der diese Wissenslücke schließt, und dessen Buch sich voraussichtlich zu einem Standardwerk der Drosophilaforschung entwickeln wird.
Es geht um Fliege und Mensch, respektive Fliege gegen Mensch, resp. umgekehrt.

 

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